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Newsletter November 2008

Das Ende der genormten Gurke

EU-Staaten schaffen Vermarktungsnormen für 26 Obst- und Gemüsesorten ab

In der EU gibt es zukünftig keine Regelungen mehr gegen krumme Gurken oder knotige Karotten. Gemeinsam entschlossen sich die EU-Staaten zur Abschaffung des Schönheitswahns im Supermarkt. Ab dem 1. Juli 2009 werden im Einzelhandel wieder alle geernteten Gurken etc. zu finden sein, auch die, die bisher den Normen zum Opfer fielen.
26 Obst- und Gemüsesorten profitieren von der neuen Formenfreiheit: Aprikosen, Artischocken, Spargel, Avocados, Bohnen, Rosenkohl, Karotten, Blumenkohl, Kirschen, Zucchini, Gurken, Zuchtpilze, Knoblauch, Haselnüsse in der Schale, Kopfkohl, Porree, Melonen, Zwiebeln, Erbsen, Pflaumen, Staudensellerie, Spinat, Walnüsse in der Schale, Wassermelonen und Chicoree. Mit der Aufhebung der Vermarktungsnorm werde die Bürokratielast deutlich gesenkt, so die EU-Kommission.
Für 10 Produkte wird die Regelung jedoch bestehen bleiben. Äpfel, Zitrusfrüchte, Kiwis, Salate, Pfirsiche und Nektarinen, Erdbeeren, Paprika, Tafeltrauben und Tomaten sollen in den Güteklassen 'extra', I und II weiterhin so aussehen, wie es die Norm vorschreibt. Doch auch zu klein geratene Äpfel dürfen bald wieder in Supermarktregalen liegen. Jedoch müssen sie mit einem Hinweis, wie "zur Verarbeitung bestimmtes Erzeugnis" oder ähnlichem, gekennzeichnet werden.

Quelle: Pressenachrichten der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, 12.11.2008

Weniger Bürokratie bei der Rechnungslegung

EU-Kommission vereinfacht Rechnungslegungsstandards

Die EU-Kommission hat jetzt in der EU die konsolidierte Fassung aller Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) vorgelegt. Damit werden die Rechtsvorschriften für Unternehmen deutlich vereinfacht, da es nur noch einen Rechtsakt gibt, den sie befolgen müssen. In den jetzt übernommenen IFRS sind auch die jüngsten Aktualisierungen auf Grund der Finanzmarktkrise enthalten. Die Rechnungslegungsstandards waren Mitte Oktober von der Kommission verändert worden, um die negativen Folgen der Krise etwas zu mindern.
18 Einzelverordnungen werden durch die konsolidierte Fassung der IFRS nun ersetzt. Sie enthält alle zwischen dem 29. September 2003 und dem 15. Oktober 2008 übernommenen Standards und liegt in allen EU-Amtssprachen vor. Qualität und Kohärenz hatten bei der neuen Fassung hohe Priorität. So wurden auch alle Querverweise aktualisiert. Der neue Rechtsakt stimmt zudem mit bestehenden EU-Vorschriften und der offiziellen Fassung des International Accounting Standards Board (IASB) überein.

Zahlreiche Informationen zu den Internationalen Standards zur Rechnungslegung (IAS) gibt es auf der Internetseite http://ec.europa.eu/internal_market/accounting/ias_de.htm.

Quelle: Pressenachrichten der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, 5.11.2008

Strenge Rating-Regelungen

EU-Kommission schreibt mehr Transparenz bei Ratings vor

Die EU-Kommission bemüht sich um bessere Ratings und hat deshalb einen Gesetzesvorschlag für Ratingagenturen vorgelegt. Dieser Gesetzesvorschlag ist Teil der Maßnahmen der Bewältigung der Finanzkrise. Nach dem Vorschlag müssen die Agenturen bald strenge Regelungen befolgen.  Die Ratings dürfen nicht durch Interessenkonflikte beeinflusst werden, über die Qualität der Ratingmethode muss ständig gewacht werden und Transparenz steht bei der Arbeit der Ratingagenturen an erster Stelle.
Darüber hinaus soll ein Registrierungsverfahren für Ratingagenturen eingeführt werden. Damit kann eine Aufsichtsbehörde leichter die Ratingagenturen überprüfen, deren Ratings von Kreditinstituten, Wertpapierhäusern, Lebens-, Nichtlebens- und Rückversicherern, Organismen für gemeinsame Anlagen und Rentenfonds in der Gemeinschaft verwendet werden. Zudem sehen die Neuregelungen u. a. vor, dass Ratingagenturen keine Beratungsleistung erbringen dürfen, sie dürfen Finanzinstrumente nicht ohne ausreichende Grundlage bewerten und in das Verwaltungs- oder Aufsichtsorgan der Agentur müssen drei unabhängige Mitglieder berufen werden. Alle Maßnahmen sollen vor allem das Vertrauen in den Markt wieder stärken.


Den ganzen Vorschlag nachlesen kann man im Internet unter http://ec.europa.eu/internal_market/securities/agencies/index_de.htm.

Europäische Allianz für Energieforschung

Strategieplan für Energietechnologien will CO2-Ausstoß verringern

Die Europäische Union ist weiterhin auf dem Weg zu einer CO2-armen Wirtschaft. Führende Forschungsinstitute in der Europäischen Union haben sich entschieden, eine Europäische Allianz für Energieforschung (EERA) zu gründen. Diese Allianz soll die nationale Forschung EU-weit optimieren, um Energieforschungskapazitäten voll auszuschöpfen. Die Forschungsallianz ist damit ein wichtiger Teil des EU-Strategieplans für Energietechnologien (SET-Plan).
Der SET-Plan war im November 2007 von der EU-Kommission gestartet worden. Dieser Strategieplan dient der Verknüpfung von Forschung an europäischen Instituten und Hochschulen, der Industrie und den Mitgliedstaaten. So soll die Zusammenarbeit in Einzelprojekten durch größere Kooperationen in ganzen Programmen abgelöst werden. Außerdem sind neue, vorrangige Industrie-Initiativen im Bereich von Entwicklung und Technologien vorgesehen, die später der ganzen Gemeinschaft nutzen sollen. Zurzeit wird an den Themen Wind- und Solarenergie, Bioenergie, intelligentes Energienetz, nachhaltige Kernspaltung und CO2-Abscheidung und –Speicherung gearbeitet.
Weitere Informationen zum SET-Plan finden sich auf der englischsprachigen Webseite http://ec.europa.eu/energy/res/setplan/communication_2007_en.htm. Über die EERA informiert http://www.eera-set.eu/.

Quelle: Pressenachrichten der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, 28.10.2008


Umweltfreundliche Kommission

EU-Kommission will Umweltbemühungen auf alle ihre Gebäude ausdehnen

Die gesamte EU-Kommission soll umweltfreundlicher werden. So wurde jetzt beschlossen, dass das Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS) auf die gesamte Kommission ausgedehnt werden soll. Aktuell wird EMAS auf ein Viertel der Kommissionsgebäude angewendet. Damit konnten zum Beispiel im Berlaymont-Gebäude, dem Hauptsitz der EU-Kommission, 19 Prozent weniger CO2 verursacht und 13 Prozent weniger Strom und Gas verbraucht werden, als noch 2005.
Die EU-Kommission nutzt in Brüssel 850.000 m² in mehr als 60 Gebäuden. Seit 2002 konnte in 10 eingetragenen EMAS-Gebäuden auch der Wasserverbrauch um 29 Prozent gesenkt werden. Die Verringerung des Ressourcenverbrauchs ist ein wichtiger Bestandteil des EMAS-Programms. Die Abfallmenge sank von 2002 bis  heute von 331 kg/Person/Jahr auf 284 kg/Person/Jahr. 2001 bereits wurde EMAS für öffentliche Gebäude angenommen und schon seit 1997 ist die „Grüne Verwaltung“ Bestandteil des Systems.
Informationen über EMAS gibt es auf der englischsprachigen Webseite http://ec.europa.eu/environment/emas/index_en.htm.

Quelle: Pressenachrichten der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, 11.11.2008

Auf dem Weg zum EU-Beitritt

Europäische Kommission legt Fortschrittsbericht vor

Die EU-Kommission hat ihr jährliches Strategiepapier zur Erweiterung der EU vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die westlichen Balkanländer gute Chancen haben, ihren EU-Beitritt zu beschleunigen, wenn sie die Beitrittsbedingungen erfüllen. Kroatien hat in Aussicht, die Endphase der Beitrittsverhandlungen bereits Ende 2009 zu erreichen. Bei der Türkei werde sich das Tempo der Beitrittsverhandlungen auch weiterhin an das Tempo der Reformen im Land anpassen, so die Kommission.
Die Erweiterung der EU auf die Türkei ist von strategischem Interesse und dient der Konfliktverhütung, um Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten. Sie fördert Wohlstand und Wachstum und auch die Bedeutung der EU weltweit. Derzeit betrifft die Entwicklungsagenda der EU die westlichen Balkanländer und die Türkei. Die Herausforderungen der jüngsten Zeit an die Stabilität der im Osten an die EU grenzenden Staaten machen die Erweiterungspolitik besonders wichtig.
Den Bericht zur Erweiterungsstrategie kann man im Internet finden unter http://ec.europa.eu/enlargement/press_corner/key-documents/reports_nov_2008_de.htm.

Quelle: Pressenachrichten der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, 5.11.2008

Initiativen für 2009 vorgestellt

EU-Kommission legt ihr Arbeitsprogramm für das kommende Jahr vor

Die Europäische Kommission hat jetzt bekannt gegeben, wie sie das letzte Jahr ihrer Amtszeit geplant hat. Das vorgelegte Arbeitsprogramm 2009 stellt die wichtigsten Initiativen der Kommission vor, wobei man sich vor allem auf die europäischen Unternehmen und Bürger konzentrieren will. Hinzu kommen Herausforderungen wie die Bewältigung der Finanzkrise oder Maßnahmen gegen den Wirtschaftsabschwung. Hauptziel der Kommission ist es, die Arbeit der vergangenen Jahre der Amtszeit abzuschließen.
Das Arbeitsprogramm umfasst insgesamt elf strategische und 34 vorrangige Initiativen. Dabei spielen vor allem die Kernbereiche Wachstum und Arbeitsplätze, Klimawandel und nachhaltige Entwicklung, Verbraucherschutz und Kriminalitätsbekämpfung sowie der Wiederaufbau Georgiens und die Reform der transatlantischen Beziehungen eine bedeutende Rolle.
2009 wird voraussichtlich ein besonderes Jahr werden. Erstmals wollen sich Europäischer Rat, das EU-Parlament und die Kommission mit der Erklärung „Partnerschaft für die Kommunikation über Europa“ auf organübergreifende Kommunikationsprioritäten einigen. Außerdem kommen zum letzten Amtsjahr der Kommission noch die Wahlen zum Parlament im Mai 2009 hinzu.
Informationen zum Arbeitsprogramm der EU-Kommission liefert die Webseite http://ec.europa.eu/atwork/programmes/index_de.htm.

Quelle: Pressenachrichten der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, 5.11.2008

Rohstoffversorgung der Industrie ist schwierig

EU-Kommission wünscht sich gleiche Bedingungen für alle auf dem Weltmarkt

Die Rohstoffversorgung der europäischen Industrie erweist sich derzeit als schwierig. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat die EU-Kommission jetzt einen Vorschlag vorgelegt, wie die Rohstoffe aus anderen Ländern in ausreichender Menge und unter fairen Bedingungen nach Europa kommen können.
Um ein Mobiltelefon herzustellen, werden beispielsweise 40 verschiedenen Rohstoffe benötigt. Bei einem Computer sind es sogar 60 verschiedene Rohstoffe. Einige davon kommen in Europa nicht vor und müssen zugekauft werden. Doch die Preise sind auf Grund der steigenden Nachfrage in Schwellenländern wie Indien oder China gestiegen. Dadurch lohnt sich wieder der Abbau neuer Rohstoffvorkommen in der EU. Dies wird derzeit aber noch von verschiedenen Rahmenbedingungen erschwert. Eine Strategie gegen die Abhängigkeit von Rohstoffimporten kann auch das Recycling sein. Doch viele Altstoffe gehen durch den illegalen Export verloren.
Die Kommission empfiehlt nun die Aufstellung einer Liste kritischer Rohstoffe und eine Regelung, die den Zugang zu Rohstoffen auf dem Weltmarkt für alle unter gleichen Bedingungen ermöglicht. Europäische Rohstoffquellen sollen darüber hinaus ebenfalls häufiger genutzt werden.

Quelle: Pressenachrichten der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, 4.11.2008

Digitaler Zugriff auf Bücher und Gemälde

Erste Online-Bibliothek Europas „Europeana“ im Netz

Unter dem Namen „Europeana“ ist die erste multimediale Online-Bibliothek Europas ans Netz gegangen. Über zwei Millionen Bücher, Landkarten, Aufnahmen, Fotografien, Archivdokumente, Gemälde und Filme aus Nationalbibliotheken und Kulturinstituten der 27 EU-Mitgliedstaaten sind dort zu finden. Der Zugang zum virtuellen Bibliotheksportal ist für alle Europäer kostenlos möglich. Die Kommission wünscht sich, dass Europeana bis 2010 über 10 Millionen Kulturobjekte umfasst. Um dieses Ziel zu erreichen, hofft man auf die Mitarbeit der verschiedenen Kulturinstitutionen.
69 Millionen Euro sind von 2009 bis 2010 im Rahmen des Europäischen Forschungsrahmenprogramms für die Forschung an digitalen Bibliotheken verfügbar. Aus dem Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation wurden rund 50 Millionen Euro bereitgestellt, um den Zugang zum kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Europas zu verbessern.
Betrieben wird Europeana von der European Digital Library Foundation. Unterstützung erhält sie von verschiedenen Nationalbibliotheken oder anderen kulturellen Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Louvre in Paris, die Werke in digitaler Form zur Verfügung stellen.
Wegen des großen Interesses an der Europeana-Webseite, musste das Portal kurz nach Start vorläufig jedoch wieder vom Netz gehen. Zu finden ist das Europeana unter der Adresse http://www.europeana.eu/portal/. Mitte Dezember soll die Online-Bibliothek wieder erreichbar sein.

Quelle: Pressenachrichten der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, 20.11.2008

Veranstaltungshinweise

2. Dezember 2008
Forschung zu Gunsten von KMU
Bundesprogramme und das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU
Veranstaltungsort: ZENIT GmbH, Mülheim an der Ruhr
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9. Dezember 2008
Produktpiraterie!
Schutz und Bekämpfungsstrategien für den Mittelstand
in Nordrhein-Westfalen

Veranstaltungsort: ZENIT GmbH, Mülheim an der Ruhr
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11. Dezember 2008
Workshop zur Förderung des Austausches zwischen den EU-Beratergruppen in Nordrhein-Westfalen
Veranstaltungsort: Arcadeon – Haus der Wissenschaft und Weiterbildung, Hagen
Veranstalter: ZENIT GmbH
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11.12.2008
Erfolgreich forschen in Europa:
Netzwerkveranstaltung Produktion

Veranstaltungsort: Miele & Cie KG, Gütersloh
Veranstalter: ZENIT GmbH
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